Die Freunde zu Hiob

(1) ELIFAS von Teman

Elifas 1. Rede (Hiob 4,1‒17) 

HÖRBIBEL
LUTHERBIBEL (2017)

1 Da hob Elifas von Teman an und sprach:
2 Du hast’s vielleicht nicht gern, wenn man versucht, mit dir zu reden; aber Worte zurückhalten, wer kann’s? 3 Siehe, du hast viele unterwiesen und matte Hände gestärkt; 4 deine Rede hat die Strauchelnden aufgerichtet, und die bebenden Knie hast du gekräftigt. 5 Nun es aber an dich kommt, wirst du weich, und nun es dich trifft, erschrickst du! 6 Ist nicht deine Gottesfurcht dein Trost, und die Unsträflichkeit deiner Wege deine Hoffnung?

7 Bedenke doch: Wo ist ein Unschuldiger umgekommen? Oder wo wurden die Gerechten je vertilgt? 8 Wohl aber habe ich gesehen: Die da Frevel pflügten und Unheil säten, ernteten es auch ein. 9 Durch den Odem Gottes sind sie umgekommen und vom Schnauben seines Zorns vertilgt. 10 Das Brüllen des Löwen und die Stimme des Leuen und die Zähne der jungen Löwen sind zerbrochen. 11 Der Löwe kommt um, wenn er keine Beute hat, und die Jungen der Löwin werden zerstreut.

12 Zu mir ist heimlich ein Wort gekommen, und von ihm hat mein Ohr ein Flüstern empfangen 13 beim Nachsinnen über Gesichte in der Nacht, wenn tiefer Schlaf auf die Leute fällt; 14 da kam mich Furcht und Zittern an, und alle meine Gebeine erschraken. 15 Und ein Hauch fährt an mir vorüber; es stehen mir die Haare zu Berge an meinem Leibe. 16 Da steht ein Gebilde vor meinen Augen, doch ich erkenne seine Gestalt nicht; es ist eine Stille, und ich höre eine Stimme: 17 Wie kann ein Mensch gerecht sein vor Gott oder ein Mann rein sein vor dem, der ihn gemacht hat?

ANMERKUNG ZU HIOB 4,1

Teman ist eine Landschaft in Edom. (WiBiLex, zu “Elifas“)

Elifas 3. Rede (Hiob 22,1‒11)

HÖRBIBEL
LUTHERBIBEL (2017)

1 Da antwortete Elifas von Teman und sprach:
2 Kann denn ein Mann Gott etwas nützen? Nur sich selber nützt ein Kluger. 3 Meinst du, dem Allmächtigen gefalle, dass du gerecht bist? Was hilft’s ihm, wenn deine Wege ohne Tadel sind? 4 Meinst du, er wird dich wegen deiner Gottesfurcht zurechtweisen und mit dir ins Gericht gehen? 5 Ist deine Bosheit nicht zu groß, und sind deine Missetaten nicht ohne Ende? 6 Du hast deinem Bruder ein Pfand abgenommen ohne Grund, du hast den Nackten die Kleider entrissen; 7 du hast die Durstigen nicht getränkt mit Wasser und hast dem Hungrigen dein Brot versagt; 8 dem Mächtigen gehört das Land, und sein Günstling darf darin wohnen; 9 die Witwen hast du leer weggehen lassen und die Arme der Waisen zerbrochen. 10 Darum bist du von Fallstricken umgeben, und Entsetzen hat dich plötzlich erschreckt. 11 Dein Licht ist Finsternis, sodass du nicht sehen kannst, und die Wasserflut bedeckt dich.


(2) BILDAD von Schuach

Bildads 1. Rede (Hiob 8,1‒7) 

HÖRBIBEL
LUTHERBIBEL (2017)

1 Da hob Bildad von Schuach an und sprach:
2 Wie lange willst du so reden und sollen die Reden deines Mundes so ungestüm daherfahren? 3 Meinst du, dass Gott unrecht richtet oder der Allmächtige das Recht verkehrt? 4 Haben deine Söhne vor ihm gesündigt, so hat er sie ihrer Missetat preisgegeben. 5 Wenn du aber dich zu Gott wendest und zu dem Allmächtigen um Gnade flehst, 6 wenn du rein und fromm bist, so wird er deinetwegen aufwachen und wird wieder herstellen deine Wohnung, wie es dir zusteht. 7 Ist dein Anfang auch gering, wird doch dein Ende herrlich sein.

ANMERKUNG ZU HIOB 8,1

Schuach entspricht vermutlich dem Gebiet Suchu (Suchi) am mittleren Euphrat. (WiBiLex, zu “Bildad“)


(3) ZOFAR von Naama

Zofars 1. Rede (Hiob 11,1‒11) 

HÖRBIBEL
LUTHERBIBEL (2017)

1 Da hob Zofar von Naama an und sprach:
2 Soll ohne Antwort bleiben, der viele Worte macht? Muss denn ein Schwätzer immer recht haben? 3 Müssen Männer zu deinem leeren Gerede schweigen, dass du spottest und niemand dich beschämt? 4 Du sprichst: »Meine Rede ist rein, und lauter bin ich vor deinen Augen.« 5 Ach dass Gott mit dir redete und täte seine Lippen auf 6 und zeigte dir die Tiefen der Weisheit – denn sie ist zu wunderbar für jede Erkenntnis –, damit du weißt, dass er noch nicht an alle deine Sünden denkt.

7 Meinst du, du kannst die Tiefen Gottes ergründen oder die Grenze des Allmächtigen erforschen? 8 Er ist höher als der Himmel: Was willst du tun?, tiefer als die Unterwelt: Was kannst du wissen?, 9 länger als die Erde und breiter als das Meer: 10 Wenn er daherfährt und gefangen legt und Gericht hält – wer will’s ihm wehren? 11 Denn er kennt die heillosen Leute; er sieht den Frevel und sollte es nicht merken?

12 Kann ein Hohlkopf verständig werden, kann ein junger Wildesel als Mensch zur Welt kommen? 13 Wenn aber du dein Herz auf ihn richtest und deine Hände zu ihm ausbreitest – 14 wenn Frevel in deiner Hand ist, entferne ihn, und lass in deinen Zelten kein Unrecht wohnen –, 15 so könntest du dein Antlitz aufheben ohne Tadel und würdest fest sein und dich nicht fürchten.

ANMERKUNG ZU HIOB 11,1

Naama lag vermutlich im aramäischen oder arabischen Raum. (WiBiLex, zu “Zofar“)


(4) ELIHU, der Sohn Barachels des Busiters

Elihus erste Rede (Hiob 33,13‒24) 

HÖRBIBEL
LUTHERBIBEL (2017)

32,2 Aber Elihu, der Sohn Barachels des Busiters, aus dem Geschlecht Ram, ward zornig. Er ward zornig über Hiob, weil er sich selber für gerechter hielt als Gott. […]

33,13 Warum willst du mit ihm hadern, weil er auf Menschenworte nicht Antwort gibt? 14 Denn auf eine Weise redet Gott und auf eine zweite; nur beachtet man’s nicht. 15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn der Schlaf auf die Menschen fällt, wenn sie schlafen auf dem Bett, 16 da öffnet er das Ohr der Menschen und schreckt sie auf und warnt sie, 17 damit er den Menschen von seinem Vorhaben abwende und von ihm die Hoffart tilge 18 und bewahre seine Seele vor dem Verderben und sein Leben vor des Todes Geschoss. 19 Auch warnt er ihn durch Schmerzen auf seinem Bett und durch heftigen Kampf in seinen Gliedern, 20 dieses Leben verleidet ihm das Brot, seiner Kehle die Lieblingsspeise. 21 Sein Fleisch schwindet dahin, dass man’s nicht ansehen kann, und seine Knochen stehen heraus, dass man lieber wegsieht; 22 so nähert er sich der Grube und sein Leben den Toten.

23 Kommt dann zu ihm ein Engel, ein Mittler, einer aus tausend, kundzutun dem Menschen, was für ihn recht ist, 24 so wird er ihm gnädig sein und sagen: »Erlöse ihn, dass er nicht hinunterfahre zu den Toten; denn ich habe ein Lösegeld gefunden.

ANMERKUNG ZU HIOB 32,2

Busiter: vermutlich eine Person aus dem aramäischen oder arabischen Raum. (WiBiLex zu “Elihu“)