Jahresbericht der Pilger-Mission auf St. Chrischona 21 (1869): 9-10.
1) English translation
[p. 9] On Trinity Sunday, May 23 [1869], many friends had gathered on the occasion of the baptism of a [Oromo] youth, Ruufoo. He came from a region of the [Oromo] country called Gumma. – When he was about 10 years old and had once wandered away from his parents’ hut with his companions, he was suddenly captured by some of his compatriots and taken away despite his cries and pleas. He was sold to Muslim slave traders for a small sum and taken to Abyssinia. After all kinds of experiences, the poor boy was taken with 100 others to the slave market in Metemma in Upper Egypt [correct: on the border with Abyssinia], where our brother Eipperle was stationed at the time. Dr. Krapf in Korntal had instructed him to send him an [Oromo] youth, if possible, who could help him translate the Bible into the [Oromo] language. Brother Eipperle then bought Ruufoo, who was brought to Dr. Krapf in Korntal in 1866 with a returning brother.
He was later sent to the Weinheim institution in Baden and made good progress in his studies. However, his heart remained closed to the gospel, and he often saddened his teachers with his dissatisfied and grumpy nature. In the fall of 1868, the committee transferred him to Maienbühl. There the Lord made him ill. He came to the Fälkli in Basel for care, and soon those around him realized that the Holy Spirit was at work within him and that a work of grace had begun in his heart. He also began to ask, like the eunuch from Moorland, “What prevents me from being baptized? – and because we got the impression that he believed with all his heart that Jesus Christ was the Son of God, and that he now wanted to be his disciple, we were gladly prepared to do so. He received [p. 10] preparatory baptism instruction at St. Chrischona and gave us joy through his open understanding of the truths of salvation in the Holy Scriptures.
He was baptized with the name Christian Paulus Ludwig. At the baptismal font on this beautiful day sat five Africans whom the Lord had brought to us from various regions: 1) Abd’Allah from Kordofon (who left for Khartoum with Brother Blessing in September); 2) W. Schimper, whose father is a German, but whose mother is an Abyssinian, and who was brought up in his mother’s country; 3) Aregawi from Abyssinia, and 4) David Cornelius from the Gold Coast [today’s Ghana], and 5) Samuel from the White Nile.
- Did some of these 5 people stay at the rented premises in Inzlingen?
In October, Christian Ruufoo then traveled to Jerusalem for health reasons, where he was to train in the Schneller Orphanage for later work among his people.
2) German original
Am Trinitiatis-Sonntag, den 23. Mai [1869], hatten sich viele Freunde eingefunden aus Veranlassung der Taufe eines Galla-Jünglings Rufo. Derselbe stammt aus einer Gegen des Galla-Landes, genannt Guma. – Als er etwa 10 Jahre alt war und sich einst mit seinen Kameraden etwas von der elterlichen Hütte entfernt hatte, wurde er plötzlich von einigen seiner Landsleute gefangen genommen, und trotz seines Schreiens und Bittens fortgeführt. Für eine geringe Summe wurde er an muslimische Sklavenhändler verkauft und nach Abessinien gebracht. Nach allerlei Erlebnissen wurde der arme Knabe mit noch 100 anderen auf den Sklavenmarkt nach Metemma in Ober-Ägypten [korrekt: Grenze zu Abessinien] gebracht, wo unser Bruder Eipperle damals stationiert war. Derselbe hatte von Herrn Dr. Krapf in Korntal den Auftrag erhalten, ihm wo möglich einen Galla-Jüngling zu schicken, der ihm bei der Übersetzung der Bibel in die Galla-Sprache behilflich sein könnte. Bruder Eipperle kaufte nun den Rufo los, der im Jahr 1866 mit einem zurückkehrenden Bruder zu Herrn Dr. Krapf nach Korntal gebracht wurde.
Später kam er in die Anstalt Weinheim in Baden, und machte recht ordentliche Fortschritte im Lernen. Allein sein Herz blieb verschlossen gegen das Evangelium, und er betrübte seine Lehrer oft durch sein unzufriedenes und mürrisches Wesen. Im Herbst 1868 versetzte ihn das Komitee auf den Maienbühl. Dort ließ ihn der Herr krank werden. Er kam zur Pflege nach Basel ins Fälkli, und bald durften die um ihn waren, merken, dass der Heilige Geist an ihm arbeite, und dass ein Werk der Gnade in seinem Herzen angefangen sei. Er fing nun auch an, wie der Kämmerer aus Mohrenland, zu fragen: Was hindert es, dass ich mich taufen lasse? – und weil wir den Eindruck bekamen, dass er von ganzem Herzen glaube, dass Jesus Christus Gottes Sohn sei, und dass er nun sein Jünger sein wolle, waren wir mit Freuden dazu bereit. Er erhielt [p. 10] auf St. Chrischona den vorbereitenden Taufunterricht und machte uns Freude durch sein offenes Verständnis für die Heilswahrheiten der Heiligen Schrift.
Er erhielt in der Taufe die Namen Christian Paulus Ludwig. Bei dem Taufstein saßen an diesem schönen Tag noch 5 Afrikaner, die der Herr uns aus verschiedenen Gegenden zugeführt hat: 1) Abd’Allah aus Kordofon (im September mit Bruder Blessing nach Khartum abgereist); 2) W. Schimper, dessen Vater ein Deutscher, die Mutter aber eine Abessinierin ist, und der im Land seiner Mutter erzogen wurde; 3) Argawi aus Abessinien, und 4) David Cornelius von der Goldküste, und 5) Samuel von dem weißen Nil. Im Oktober reiste sodann Christian Rufo seiner Gesundheit wegen nach Jerusalem, wo er sich im syrischen Waisenhaus für eine spätere Tätigkeit unter seinem Volk ausbilden soll.